Am 23. August startete ich beim Oldenburger Triathlon am Bad Zwischenahner Meer.
Ein wirklich schöner Wettkampf, den ich schon von früher kannte, als ich noch in der 2.Bundesliga Nord gestartet bin. Über die Sprintdistanz von 800 m Schwimmen, 27 km Radfahren und 5, 5 km L aufen, wollte ich natürlich schon vorne mitmischen. Nach einem guten Start, fand ich mich zunächst direkt hinter dem Führungskajak wieder, musste diese Position dann aber nach ca. 200 m an einen jungen Kaderathleten abgeben, die nun mal einfach “sauschnell” schwimmen. An der Wendeboje habe ich gesehen, dass aber alles im Lot ist und bin dann als dritter aus dem Wasser, mit 30 sekunden Rückstand zum Führenden.
Nach einem guten Wechsel, hatte ich gleich zu Beginn der Radstrecke Sichtkontakt zum Führenden. Diesen lies ich auch ersteinmal gewähren, weil ich davon ausgegangen bin, dass es sich wahrscheinlich um einen Staffelfahrer handel müsse.
Nachdem ich die ersten 5 Kilometer der Radstrecke nicht wirklich viel näher gekommen bin und das trotz eines angeschlagenen Tempos was deutlich jenseits der 40 km/h lag, machte ich mir doch etwas Sorgen, dass ich mich da vielleicht etwas vertaktieren könnte. Also war Vollgas geben angesagt !!!!!!! Nach und nach knappste ich den Vorsprung ab, war aber auch schon nah am Anschlag. Der große Schock kam dann, asl ich plötzlich bemerkte, das der Herr vor mir kein Radtrikot, sondern einen Triathlonzweiteiler trug, also mit Sicherheit kein Staffelteilnehmer. Noch schockierter war ich aber, als ich bemerkte, dass das Führungsmotorad nicht, wie im Reglement vorgeschriebenen, 10 Meter zum Führenden einhielt, sondern der Athlet vor mir, klebte quasi direkt an dessen Hinterrad. Jeder, der schon einmal selbst im Windschatten eines Motorades gefahren ist, weiß wie viel Energie man dadurch spart und selbst ein Tempo von über 50 auf einmal gar nicht mehr so weh tut.
Von nun an war meine Divise klar: so schnell wie möglich ran an die Spitze. Das bedeutete: Arme noch weiter auf dem Aerolenker nach vorne und den Kopf in den Nacken legen, um eine noch bessere aerodynamische Position auf dem Rad zu erreichen. So gelang es mir dann auch den Führenden nach 13 km einzuholen. Nach kurzem belauern entschloß ich mich dann mal zur Sicherheit lieber davonzufahren, weil der Konkurent doch so aussah als könne er auch flott laufen. Also attakierte ich nach einer Kurve und der ehemals Führende platze sofort weg. So fuhr ich mein Tempo und drehte mich ab und zu mal um. Dort sah ich das wirklich Unfassbare: das Führungsmotorad blieb bei dem Anderen und gab ihm weiterhin Windschatten. Gedanken, wie :”der Typ ist wahrscheinlich ein local-hero hier in Oldenburg und kennt bestimmt den Fahrer des Motorades und es gab vorher Absprachen” machten sich bei mir breit. Da blieb nur eine Möglichkeit, ich ließ mich rollen und wartete auf die beiden. Dann mußte ich den Fahrer des FÜHRUNGSMOTORADES höfflich, aber bestimment darauf hinweisen, dass ich von nun an der neue Führende bin und der doch bitte schön vor mir und nicht vor dem zweitplatzierten herfahren soll !!!! Nach kurzer Rücksprache mit “seinem Schützling” tat er dies dann auch, aber nicht wie vorher mit 5 Zentimeter Abstand, sondern schön 15 Meter… Mit ordentlich Wut im Bauch drückte ich die verbleibenden 12 Kilometer der Radstrecke mit einem ganz dicken Gang durch
In der 2. Wechselzone angekommen, war ich dann schon relativ siegessicher, weil ich gemerkt hatte, wie schnell mein Vorsprung gewachsen war. Leider war ich nun aber der Erste, der zurück in der Wechselzone war, und so standen dort 700 Paar Laufschuhe wild in der Gegend rum und ich fand meine einfach nicht… So etwas ist mir in 9 Jahren Triathlon noch nie passiert. Der Stadionsprecher machte seine Späße und gab den Zuschauern per Mikrofon den Komentar: “Ja, ja, das Schuhesuchen kann selbst den Profis mal passieren”. Mit einem lachenden und einem weindenden Auge rannte ich panisch mit meinem Bike unterm Arm quer durch die Wechselzone und übersprang solange die einzelnen Radständer, bis ich endlich meine geliebten Wettkampfschuhe gefunden hatte. Nichts wie reingeschlüpft und mit überreitztem Adrenalinspielgel losgeballert. Nach dem ersten Wendepunkt auf der Laufstrecke sah ich zu meiner eigenen Überraschung, dass der Vorsprung vor dem Rest des Feldes trotz meiner “Extraeinlage” beruhigend war. Deswegen drosselte ich deutlich mein Tempo, um mich etwas für den eine Woche später stattfindenden Wettkampf in Göttingen, zu schonen. Schlussendlich gewann ich dann und hatte im Ziel gut 3 Minuten Vorsprung vor dem nächsten. Bad Zwischenahn ist wirklich ein toller Wettkampf, mit proffesioneller Organisation und er findet in schöner landschaftlicher Umgebung statt, so etwas liebe ich. Bis zum nächsten Mal..
Eurer Hendrik
Nächstes Jahr sind wir wieder dabei!!!
Gruß
Thommy
Von: Thomas Noack am 29. Oktober 2009
um 22:33