Als letzter Wettkampf der Saison stand der Göttinger Triathlon auf meinem Plan. Ein nettes Rennen in meiner alten Heimatstadt.
Letztes Jahr haben die Organisatoren dort beschlossen, mit dem Triathlon ein weiteres Großevent im Kalender der Stadt Göttingen zu etablieren. Da ich das Prämieren-Event im letzten Jahr gewonnen habe, entschied ich mich dazu, meinen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen.
Als ich mir die Startliste anschaute, stellte ich fest, dass nicht nur die Teilnehmerzahl (von 400 auf 800) zugenommen hatte, sondern auch die Leistungsdichte. Einige “schnelle Jungs”, aus der 2.Bundesliga Nord, Regionalliga und Hessenliga waren angemeldet. Allen voran mein Hauptkonkurent, aber auch langjähriger Kumpel und Trainingspartner Carlo Kaminsky. Mit Carlo habe ich schon so einige Kilometer im Wasser und zu Lande abgespullt, als ich selbst noch in Göttingen gewohnt habe.
Als Titelverteidiger hatte ich die Startnummer 1 und musste auf meiner ungeliebten Bahn 1 im Brauweger Freibad schwimmen. Hier habe ich im Zeitraum von 2000- 2007 schon etwa 3000 kilometer schwimmend im Training zurückgelegt und kannte das Becken daher zur genüge. Besonders meine, von jeher gehasste Bahn 1, weil man hier direkt an der Wand schwimmt und des öfteren beim Armzug die Wand berührt.
Mit mir auf der Bahn waren nur relativ langsame Schwimmer, außer Philip Schüler, der ebenfalls ein alter Trainingskollege aus meinem Ex-Schwimmverein ASC46. Meine Taktig war möglichst den Wasserschatten von ihm zu halten, was mir aber leider nur 150 Meter gelang, danach war ich erstmal fix und alle und wollte am liebsten Brust oder Altdeutsch weiterschwimmen !!!!!! Nun ja, so dümpelte ich die restlichen 250 Meter halt alleine gegen die Fluten.
Ich kam als zweiter von meiner Bahn aus dem Wasser und als 5. Gesamt an. Bei dem langen Weg in die Wechselzone überholte ich jedoch gleich 3 Leute und stieg so als 2. aufs Rad. (Danke an dieser Stelle an meinen Kumpel Jan, der mir den Rückstand auf den Führenden zurief. So etwas hilft für die Motivation ungemein!!)
44 Sekunden lautete mein Rückstand zu Carlo. Ich habe im Grunde auch nichts anderes erwartet! Als ehemaliger Hochleistungsschwimmer, kann Carlo mit gigantischen Bestzeiten über 200 m Delpfin und 1500 m Kraul aufwarten. Die ersten Minuten der Radstrecke waren sehr anstrengend, zwar war es bis auf einige kleine Hügel ganz flach, aber der Wind blies auf der zu fahrenden Schnellstraße doch konstant strak von vorne. Nach ca. 5 km hatte ich Carlo dann eingeholt. Bis zum Ende der 20 k m langen Radstrecke blieben wir zusammen und kamen so gemeinsam in die 2. Wechselzone. Auch hier liefen wir zusammen los, doch bei ca. der Hälfte der 5 km langen Laufrunde, trennten sich unsere Wege und ich setzte zum Zielsprint an. Carlo ist ein wirkliches Kampftier und hielt erstmal dagegen, aber Stück für Stück zog ich davon und gewann am Ende mit knapp 1 Minute Vorsprung!
Die Stimmung im Jahnstadio, wo das Ziel war, war fantastisch! Der Stadiosprecher der Basketballbundesligamanschaft BG74 heitzte den zahlreichen Zuschauern ordentlich ein und die laute Musik bescherte mir eine Gänsehaut beim Zieleinlauf. Ich hatte mir so sehr vorgenommen wieder dort zu gewinnen und ich hatte es tatsächlich geschaft!!!
Mein Dank gilt den vielen Freunden, Bekannten und Verwandten sowie ehemaligen Trainingskollegen sowohl auf, als auch an der Strecke, die mich die ganze Zeit über super angefeuert haben. Nach dem Wettkampf folgte noch ein kurzer Abstecher zu Martin, bei dem wir eine kleine Pasta-Party veranstaltet haben. Anschließend setzte ich mich schwer beladen mit einer Tasche, Rücksack und Fahrad in den Zug und nahm meine Heimreise nach Heidelberg in Angriff.
Nach 6 Stunden Zugfahrt und 4 mal umsteigen, kam ich dann um 1:30 nachts zu Hause an. Um 5:15 klingelte dann schon wieder mein Wecker, weil ich am nächsten Morgen arbeiten musste
So ist das nun mal mit dem Triathlonlifestyle:))
Insgesamt bin ich alles in allem recht zufrieden mit meiner Saison, sie hätte besser sein können, aber auch schlechter. Bedingt durch meine Ausbildung, habe ich in diesem Jahr nicht ganz die Umfänge des Vorjahres trainieren können und dafür waren die Ergebnisse wirklich passabel.
Der Triathlon in Göttingen war zugleich mein 17. Gesamtsieg in Folge bei einem Sprinttriathlon ohne Drafting. Damit bin ich seit 3,5 Jahren über dieses Rennformat ungeschlagen. Mal sehen, ob es nächstes Jahr so bleibt.
Ich wünsche euch allen eine schöne und erholsame Off-Saison! Denkt daran…. das wichtigste in dieser Zeit ist, dass man wenig trainiert und ggggaaaannnnnnzzzzzzzz viel ißt !!!!!!!!!!!!!!!
Eurer Hendrik